Mediation ist keine Selbstläuferin
Wir machen die Ausbildung in dem Glauben, dass wir danach mediieren werden. Ich will nicht sagen, dass dann die Arbeit eigentlich erst richtig losgeht. Das würde der Ausbildung nicht gerecht werden. Aber zumindest ist die Arbeit mit Abschluss der Prüfung nicht zu Ende. Sie geht, um es dramatisch zu formulieren, in eine Renaissance. Denn nun müssen wir uns im Markt sichtbar machen und die meisten von uns Mediator*innen sind dem Marketing fachfremd und stehen vor einer echten Herausforderung.
Zitate aus meiner Erinnerung
"Mich selbst zu vermarkten, liegt mir nicht."
"Ich möchte mich nicht ins Rampenlicht stellen."
"Ich kann alleine keine Webseite erstellen."
"Ich nutze kein Social Media und das möchte ich auch nicht ändern."
Wir hoffen alle, dass uns das Netzwerk tragen wird und wir über Mundpropaganda an erste Fälle kommen. Aber die Realität ist eine andere. Und die zugrundeliegende Problematik ist nicht neu.
Mediation ist keine Selbstläuferin
Was klar ist:
Nur weil Menschen in einem bedrückenden Konflikt stecken, buchen sie noch lange keine Mediation.
Mediation als Methode ist für viele Menschen tatsächlich immer noch nicht klar umrissen. Sie zweifeln.
Wir als Mediator*innen (und vielleicht haben wir uns darum auch für genau diese Ausbildung entschieden) unterstützen gerne im Stillen, in der Nebenrolle. Wir haben üblicherweise kein großes Geltungsbedürfnis. Aber das steht einer souveränen Selbstvermarktung, mit der man sich als Helfer*in sichtbar macht, strahlt und durch diese Strahlkraft auch weitere Aufträge erhält, oft im Weg.
Wir müssen mutiger werden und uns in unserer Profession positionieren. "Tue Gutes und rede darüber." ist nicht unser Stil. Und dennoch brauchen wir mehr davon, um uns im Markt zu behaupten. Und nicht nur das. Auch um Mediation als Ganzem einen größeren Stellenwert in unserer Gesellschaft zu geben.